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Steinbrüche im Gommerner Quarzit

(Klaus Lehnert)

  Die zahlreichen Seen südlich und östlich von Gommern sind Restlöcher von Steinbrüchen, in denen „Gommerner Quarzit“ abgebaut wurde. Zusammen mit zwischengelagerten Tonschiefern bildet das im Unterkarbon entstandene Gestein die Flechtingen - Roßlauer Scholle, eine Grundgebirgsaufragung, die wie der Harz als NW-SO streichende, flach nach SW einfallende Kippscholle angelegt ist, aber übertägig nicht in Erscheinung tritt.

Die Nutzung des sehr verwitterungsfesten Quarzits begann nach H. Lies vor über 4000 Jahren, denn damals wurde er schon zum Bau von Grabkammern benutzt. Rohlinge wurden z. B. nach Menz, Randau und Schönebeck transportiert. Gefundene Splitter beweisen, dass ihre Zurichtung vor Ort erfolgte.

Ein eigentlicher Steinbruchbetrieb dürfte erst um 1100 eingesetzt haben, wie in dieser Zeit entstandene Großbauten belegen: Dorf- und Stiftskirche Leitzkau (ab 1114, 1140), Havelberger Dom (ca. 1150), Stadt- und Stiftskirche Jerichow (um 1230, um 1150), Stadtkirche Gommern u. v. a.

Ende des 19. Jh. gab es 11 große Steinbrüche, in denen bis zu 1000 Arbeiter beschäftigt waren. Zur Wasserhaltung der immer tiefer werdenden Steinbrüche, zum Betrieb schienengebundener Schrägaufzüge in den größeren Brüchen und als Antrieb der Steinbrecher (“Knacker“) arbeiteten zeitweilig bis zu 24 Dampfmaschinen.
E. Meyer schreibt in seiner Chronik der Stadt Gommern 1897: “Das schnelle Wachstum der Stadt Gommern ist auf den großartigen Aufschwung und das Blühen der Stein-Industrie zurückzuführen. ...Über die Güte des gebrochenen Materials ist man voll Lobes und demzufolge ist der Absatz ein enormer. Von frühmorgens ab sieht man die beladenen Steinwagen nach der Bahn fahren, während ein großer Teil der Steine mittelst der Gommern-Pretziener Eisenbahn bis zur alten Elbe geschafft und dort in Kähne verladen werden. ... In sämtlichen Steinbrüchen werden im Jahre  etwa 100 000 m3 Steine gebrochen, welche etwa ... 1.000.000,00 Mark erzielen “(Lit./7/).

Der gebrochene Stein wurde damals hauptsächlich zu Straßenpflaster, Schotter und Splitt verarbeitet sowie zur Uferbefestigung der Elbe verwendet.

Weil der Steintransport mittels Pferdefuhrwerken zum Pretziener „Steinhafen“  auf Dauer nicht leistungsfähig genug war, gründeten die Steinbruchunternehmer 1886 die Gommern-Pretziener Eisenbahn. Nachdem zunächst eine 600mm-spurige Pferdebahn die Steinbrüche untereinander und mit dem Hafen verband, erfolgte 1890 auf dem inzwischen in 750mm-Spur neu angelegten Netz die Einführung des Lokomotivbetriebs. Nach Verlängerung der Bahn bis Gommern i. J. 1900 konnten dort Waggons der Staatsbahn über eine Rampe beladen werden. Der weiteren Rationalisierung des Steinbruchbetriebs diente das 1904 am Pretziener Bahnbetriebshof erbaute Dampfkraftwerk, das bis 1944 bestand. Die bauwürdigen Vorräte gingen nach dem 2. Weltkrieg zur Neige, so dass der Abbau, der zeitweilig Spitzenwerte um 400 000 t/a erreicht hatte, zurückging. Ein Steinbruch nach dem anderen wurde geschlossen, der letzte 1963. Einige kleinere Brüche wurden verfüllt; in den größeren entstanden nach Einstellung der Wasserhaltung die Seen, die nun das Rückgrat des Naherholungsgebiets bilden. Zu ihnen gehört der “Kulk“, an dem sich unser Gesteinsgarten befindet.

Das maximal etwa 15 km lange Netz der Steinbruchbahn wurde zurück-gebaut, aber noch bis Ende 1976 zum Abtransport des auf Pretziener und Plötzkyer Flur abgebauten Dünensands genutzt. Die vor dem Gommerner Bahnhof seit 1975 als Technisches Denkmal aufgestellte Schmalspurlokomotive war 1965 - 1967 auf dieser “Sandbahn“ im Einsatz.

Belegstücke aller Varianten des Quarzits und des Tonschiefers lassen sich auf dem Rest der oben erwähnten Schüttrampe entlang der Eisenbahnstrecke zwischen dem Bahnübergang Zerbster Chaussee und der Ehlebrücke sammeln.